Katharina Copony

SPIELER

 

 


SO, 7.12. 2014 11:20
Innsbruck: Leokino

MO, 8.12. 2014 18:00
Wels: Medienkulturhaus

DI, 9.12.2014 18:00
Linz: City-Kino

DI, 9.12.2014 20:00
Freistadt: Lokalbühne

MI, 10.12.2014 20:00
Lenzing: Lichtspiele

SO, 14.12.2014 11:00
Graz: KIZ-Royal
Gespräch mit Katharina Copony & Wenzel Stöffler (Soziologe)
zum sozialkulturellen Phänomen des Pokerspiels

alle Termine in Anwesenheit der Regisseurin Katharina Copony

 

 


Katharina Copony
SPIELER

A/D 2014, 70 min

 

Regie: Katharina Copony
Drehbuch: Katharina Copony, Hannes Held
Kamera: Stefan Neuberger
Schnitt: Stefan Stabenow, Katharina Copony
Ton: Sebastian Kleinloh
Mit:Rustem Saparov aka puma23xxxx
Produktion: Nikolaus Geyerhalter Filmproduktion
gefördert durch: ZDF 3sat, Innovative Film Austria und CINE ART
Weltvertrieb & Verleih: sixpackfilm

 

 




Rustem ist Spieler, sein Job und seine Passion Poker. Zwei Stunden genügen dem 25-Jährigen, um online bis zu 300 Turniere zu absolvieren. In jeder Sekunde und mit jedem Click fällt dann eine Entscheidung: 60 mal Risiko pro Minute. Mit Glück habe das Spiel wenig zu tun, heißt es. Was zählt seien Selbstvertrauen, Zahlentalent und eben Disziplin.
Im verdunkelten Wohnraum folgt die Kamera Rustems eigenwillig isoliertem Handwerk. Nur der Schein des Laptops trotzt dem Schwarz – gleich einem Sinnbild für die vermeintliche Anonymität des Internets. Zwischen momenthaftem Glamour und Klischee, schnell erspielten Geldsummen, Mikrowellenburger und Feierabend-Longdrink artikuliert sich aber auch Rustems Sehnsucht nach Öffentlichkeit, dem Ruhm eines Pius Heinz, nach direkter Konfrontation. Mit dem Protagonisten dringt der Kamerablick also zunehmend in die reale Pokerwelt vor – in verrauchte Hinterzimmer und artifiziell dekorierte (Provinz-)Casinos. Dort streift er über gigantische Tischensembles, beobachtet das Ballett der Karten und die Bewegungsabläufe beim Austausch von Jetons und Vermögen.
Katharina Copony artikuliert eine filmische Übersetzung für die eigenwillige Routine und forcierte Emotionslosig-keit in den virtuellen und den realen Pokerhallen – für ein Spiel, das sich in den Alltag fortschreibt und nicht mit dem jeweiligen Turnier endet. Dabei ist Spieler weder sensationsgieriges Gewinnerporträt noch kanonisierte Glücksspielkritik. Über die poetische Offerzählung vermittelt sich die Geschichte von einem Leben in Gemeinschaft, in der jede/r doch nur für sich agiert. Dazu stimmig zoomt die Kamera gegen Ende des Films noch einmal in die Computerwelten von „Mafia 2“. Hier wie da regiert das Gesetz des Stärkeren, virtuelle Realität und Wirklichkeit verschwimmen. Allein gegen alle, immer im Spiel. Sebastian Höglinger

 

 

 

 

 

www.sixpackfilm.com

Der Film ist eine Nikolaus Geyrhalter Produktion und wurde gefördert von
ZDF 3sat, Innovative Film Austria und CINE ART.

 


ab 12. Oktober 2014 online als Video-On-Demand exklusiv bei flimmit.com