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Zurückbleiben bitte!
AT / 2007
7 min.

Oben und unten gibt es zunächst nicht, auch andere Richtungsanzeigen versagen. Das Bild selber ist eine Ballung von Bildteilchen, die kontinuierlich im Entstehen und Entziehen sind, im Werden und Vergehen, im Aufbauen und Auflösen. Wobei ein jedes Bild in jedem seiner Stadien in einem weißen Raum auftaucht und gefangen bleibt. Wir wohnen einer Art Schöpfung bei, einem Bang, bei dem sich die verdichtete Masse an Information langsam atomisiert oder partikularisiert. Sukzessive werden urbane Szenen ausgeformt, allerdings nur in fragmentarisierter und stets eigentümlich pulsierender Gestalt, die beständig von Auflösung oder Verfall bedroht ist. Dabei sind die Partikel zunächst bloße Farbflächen, gleich genormte quadratische, in blass-grauen Farben schimmernde Plättchen, die erst in ihrer Wiederverdichtung eine räumliche Referenz erzeugen, bevor sie wieder auseinander fliegen und dabei einen jeden Sinn aufgeben.
Das einmal aufgezeichnete Material ist als ein solches nie einsehbar, das Programm entscheidet resolut über das, was sich zeigt. Es hat das Bild komprimiert, in Teilchen gleicher Größe gerechnet, Partikel, die ein jedes für sich vollkommen autonom sich bewegen und artikulieren können.
Im Aufbau des Bildes manifestiert sich zuallererst die Autorität der numerischen Logik. Auch sind die Geräusche und Stimmen in "zurückbleiben bitte!" eigentümlich körperlos, den Bildern gelingt es kaum, ihrer Vorläufigkeit und Vagheit zu überwinden und ein Prospekt der Stadt auszubilden. Gerade die Stadt, als Synonym für Verdichtung und Unübersichtlichkeit, wird zum Spielball einer digitalen Ästhetik, die souverän ihre Erscheinung manipuliert und ahnen lässt, dass alle Gebilde heute in den Zustand totaler Instabilität und Veränderbarkeit überführt werden können. (Marc Ries)





fuer die radioarbeit "10439 berlin" haben tamtam (auinger/strobl) die lautsphaere der u-bahnstation "schoenhauser allee" der linie u2 aufgenommen und studiert.
diese aufnahmen dienen als ausgangsmaterial fuer die neue stadtmusik arbeit "zurueck bleiben bitte".

die visuelle ebene kontrastiert die von menschlicher aktivität geprägte audiospur mit entrückten, menschenleeren orten, an denen die zeit still zu stehen scheint. visuelle eindrücke sind in partikel zerlegt und aus dem wahrnehmungskontinuum herausgelöst. eine raumerfahrung, die vor dem hintergrund des schlafwandlerischen absolvieren täglicher routinewege für die meisten menschen nachvollziehbar sein dürfte.
die aufmerksamkeit als ständig nachjustierende optik, die sinneseindrücke neu ordnet.

eine u-bahnstation ist ein oeffentlicher ort mit einer speziellen raumzeitstruktur - ein ort des wartens, der abfahrt und des ankommens.
im warten hoeren wir anders.............. (sam auinger)

Ein Film von:
- stadtmusik

Kategorie:
- Experimental

Orig.Spr.:
- Kein Dialog

Available Prints:
- Betacam SP PAL

Preis: 32 EUR

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