Online-Katalog / Edith Stauber :

Stunden Minuten Tage
AT / 2017
9 min.

Eine Wanduhr mit einem keramischen Zifferblatt zeigt ordentlich die Zeit an, die tut, was sie muss: verstreichen. Man sieht ein zerwühltes Bett, eine sich langsam füllende Badewanne, eine Espressokanne, die auf dem Herd brodelt. Und man hört Ticken, Tropfen, Zischen. Man sieht Sonnenflecken an der hellen Wand, erhascht einen Blick ins Grüne vor dem Fenster einer Wohnung, in der man sich nicht orientieren kann. Es sind nur Momentaufnahmen vom Tagesanfang einer Frau, die sich dann, ganz kurz, im Fenster der rotierenden Waschmaschine spiegelt.

Ein karges Frühstück wird bereitet, immer wieder gleitet ein Schatten horizontal über die Wand, der wird vom außen am Gebäude installierten Lift geworfen. Ein Viertel Hinterkopf, ein halber PC-Monitor, eine ganze Sessellehne – so geht es weiter, als Zuschauerin ergänzt man die im Bild fehlenden Informationen. Man begleitet die Protagonistin auf einem Spaziergang, wundert sich über die Richtungen "Ei" und "Tod", die mit Pfeilen auf die Straße gesprüht sind, und lässt sich gern einnehmen vom Soundtrack: Alltagsgeräusche, die sich von selbst nach einem metronomischen Rhythmus zu organisieren scheinen.

Stunden Minuten Tage heißt der nur scheinbar aus Fotos zusammengesetzte Film der Linzerin Edith Stauber, der fast wie eine Fortsetzung ihres letzten, 3 Miniaturen aus dem Leben mit 47, wirkt: Wieder geht es um den Alltag der Filmemacherin selbst, oder, allgemeiner, um den Alltag überhaupt, der aus vielen kleinen Einzelhandlungen, -beobachtungen und -vorgängen besteht. Stauber zergliedert in ihrem Film die Struktur des Alltäglichen und lenkt dadurch die Aufmerksamkeit auf das, was sonst unter der Wahrnehmungsschwelle bleibt. (Daniela Sannwald)

Ein Film von:
- Edith Stauber

Kategorie:
- Animation

Orig.Spr.:
- Kein Dialog

Available Prints:
- DCP 2K

Preis: 36,00 EUR

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