Inter-Images 1-3
"Geschwindigkeit ist eine Relation zwischen den Erscheinungen" (Paul Virilio). Versucht wird, Bewegungen durch Maskierung des Bildes zu bremsen.
1. Retardation: Eine einzige Kopfbewegung von 1 Sekunde= 25 Kader Dauer, gedehnt auf fünf Minuten durch die oftmalige Wiederholung des in 25 Teile zerstückelten und maskierten Kaders. 25 computergenerierte Töne begleiten in (Zufalls)Wiederholungen den Bildablauf.
2. Streams of Balance: Eine autonome Bewegung der Kamera mit körper-nahem Bildausschnitt interferiert z.T. mit den Bewegungen eines Tänzers, der seinen innerlich gesteuerten Gewichtsverlagerungen folgt. So zeigt das Bild den Status des Körpers nie genau, die Musik verfolgt ihn aber.
3. Anti-Zoetrop: Mit großer Anstrengung und viel Bewegung bei der Aufnahme werden fast statische Bilder eines dreiminütigen Boxkampfes gefilmt. Mit dem Originalton des Kampfes.
(Dora Maurer)
In Inter-Images 1-3, entstanden unter kompositorischer Mitwirkung und musikalischer Instruktion von László Sáry, hat das Nebeneinander von Musik und Bildensembles eine andere organische Form als in den Filmen, die in Zusammenarbeit mit Zoltán Jeney geschaffen wurden. Die beiden Medien vereinen sich nicht wie früher in der Identität, sondern im Nebeneinander. Eigentlich schneiden, überdeck¬en, inspirieren, ja sogar antizipieren (siehe: Connections, Teil 1: „Propositions"), manchmal interpretieren und auch imitieren (Inter-Images, Antizoetrope-Episode und Abschlußepisode der Antizoetrope-Skizze von 1977) ihre Prozesse und ihre Kontinuität einander, mehr oder weniger in abstraktem Geschehen ablaufend, trotzdem ist es eher ein Durchleuchten in der gegenseitigen Sprache und in der inneren Kohärenz, als dass sie darin eingebaut werden würden. Genau dieser nachgiebigen Einsicht ist es zu verdanken, dass sich die Schlag- und Verteidigungsbewegungen, die Kleidung und die Figur der beiden Boxer, die zwischen den Spalten der die Drehung der tatsächlichen Zoetrope-Situation nachahmenden Antizoetrope-Situation erhascht wurden, zu Musik erheben können, ins¬besondere während sich die Kamera nähert und die Drehung zunimmt. (István Antal)