Sing and Cry, Cry and Sing

Der polnische Fitness-Star Artur Ligeska nimmt 2017 das lukrative Angebot an, in Dubai, der High-Tech Metropole der Superlative, einen neuen Health Club aufzubauen. Nach wenigen Monaten stürzt er jedoch vom High Life in die tiefsten Abgründe des emiratischen Strafvollzugssystems: Als Artur beschließt, zurück nach Europa zu reisen, wird er unerwartet daran gehindert, das Land zu verlassen, und unter fadenscheinigen Anschuldigungen umgehend verhaftet. Rechtliche Beratung und Kontakt zur Außenwelt bleiben ihm verwehrt. Seine Lage spitzt sich zu, als er nach Al-Sadr, Abu Dhabis Hochsicherheitsanlage verlegt und in Isolationshaft genommen wird.  

Sie gaben mir eine Decke und meinten: “Willkommen in der Hölle”.  

Die Vereinigten Arabischen Emirate, eine wirtschaftlich und politisch globale Macht, sind ein Bund von Monarchien, in denen Exekutive, Legislative und die Justiz in den Händen einer unwahrscheinlich reichen Herrscherfamilie liegen. Unter ihrem autoritären Regime sind Menschenrechtsverletzungen Routine, die Missachtung rechtsstaatlicher Verfahren hat System.  

Während Artur unter den barbarischen Zuständen Al-Sadrs um sein Überleben kämpft, erreicht ihn eine freundliche Stimme aus der benachbarten Zelle. Der emiratische Ingenieur und Dichter Ahmed Mansoor, international als “der letzte Menschenrechtsverteidiger in den VAE” bekannt und zu 10-jähriger Haft verurteilt, initiiert trotz trennender Betonwände eine Freundschaft. Ahmed hilft Artur, Weihnachten in Isolation durchzustehen, und teilt Gesang und Tränen, Familienerinnerungen und Funken der Hoffnung. Dann, als Ahmed Hilfe braucht, zögert Artur nicht, für ihn zu handeln – trotz enormen Risikos und Gefahr fürs eigene Leben.

Sing and Cry, Cry and Sing lässt sein Publikum daran teilhaben, wie zwei einzigartige Menschen, in existenzieller Not und ihrer Grundfreiheiten beraubt, ohne zu zögern universell gültige humanistische Werte vorleben und hochhalten. (Mukul Patel


Beim Dreh schilderte Artur seine Erfahrungen in langen, intimen Einstellungen direkt in die Kamera. Diese Passagen wurden dann in einer komplexen Chronologie, die die zeitliche Desorientierung in langer Einzelhaft widerspiegelt, verwoben. Das Vertrauen zwischen Artur und der Filmemacherin, das diese Offenheit möglich machte, entwickelte sich aus beiderseitigem Respekt für Ahmed, den Manu Luksch schon früher interviewt hatte. Obgleich sich die Gespräche zwischen Artur und der Filmemacherin über viele Monate erstreckten, wurden die Dreharbeiten an einem einzigen, emotionsgeladenen Tag in Warschau im August 2020 abgeschlossen. (Produktionsnotiz)

Orig. Titel
Sing and Cry, Cry and Sing
Jahr
2022
Länder
Österreich, Großbritannien
Länge
43 min
Regie
Manu Luksch
Kategorie
Dokumentarfilm
Orig. Sprache
Englisch, Polnisch
Untertitel
Englisch, Deutsch
Credits
Regie
Manu Luksch
Drehbuch
Manu Luksch
Kamera
Filip Drozdz, Christian Haake
Schnitt
Manu Luksch
Sound Design
Mukul Patel
Postproduktion
Uli Grimm
Produzent*in
Mathias Forberg, Manu Luksch
Verfügbare Formate
DCP 2K scope (Distributionskopie)
Bildformat
1:2,39
Tonformat
5.1 surround
Bildfrequenz
24 fps
Farbformat
Farbe
Festivals (Auswahl)
2022
Krakow - International Film Festival
Graz - Diagonale, Festival des österreichischen Films