Blut in der Spur
Blut in der Spur ist ein zentrales Bindeglied in der Geschichte der feministischen Avantgarde der 1970er Jahre. Der Film ist ein seltenes und dringliches Beispiel für ein Werk, das sich mit Menstruation auseinandersetzt, und trägt erheblich zum Kanon der Menstruationskunst der 1970er Jahre bei. Er erkundet den fiebrigen Traum einer Frau über ihre Menstruation. Im Bett liegend träumt sie davon, barfuß über unberührten Schnee in Richtung Wald zu gehen. Blutstropfen und -spuren begleiten ihre Schritte. Bady Minck und Angela Summereders Film verwebt ein komplexes Genre-Palimpsest, um die tief verwurzelte Unterdrückung von Frauen in verschiedenen nationalen, historischen und kulturellen Stereotypen aufzuzeigen und zu untersuchen. Er verweist eindringlich auf deutschsprachige und insbesondere österreichische Kulturtraditionen und -symbole sowie auf Genres, die von Märchen bis zu Kriminalromanen reichen. Dabei offenbart der Film die patriarchalische Verflechtung zwischen der Verdrängung politischer Realitäten und der historischen Vergangenheit, des Mundtotmachens weiblicher Stimmen, und die schamlose Unsichtbarmachung der biologischen Realität(en) von Frauen.
(Patricia Allmer, Professor of Modern and Contemporary Art History, University of Edinburgh)
"Der Traum einer Frau, deren Menstruationsblut in einer weiten Schneelandschaft Spuren hinterlässt." (Viennale-Katalog 2025)
Blut in der Spur
1979
Österreich
4 min