Wie hat sich aus den Fischen die Mathematik entwickelt?

Es ist eine These der Evolutionstheorie, dass die Meerestiere vor den Landtieren existierten und dass sich aus diesen die Menschen entwickelten. Die Menschen unterscheiden sich von den Tieren am deutlichsten durch ihre Symbolisationsfähigkeit, das heißt durch die Erfindung von Alphabet und Ziffern. In einem visuellen Haiku wollte ich einige Ideen andeuten, wie sich die Symbolisationsfähigkeit entwickelt hat, nämlich als eine Entwicklung von Werkzeugen, wobei ich allerdings nicht die übliche Bifurkation zwischen Natur und Technik, zwischen Körper und Geist akzeptiere, sondern zeige, dass das Organ der Hand das erste Werkzeug ist. Mit dieser Hand und der aus ihr entstehenden Symbolisationsfähigkeit entwickelte der Mensch die Schrift und die Schreibmaschine als Weiterentwicklung der Organe Hand und Gehirn. Die Hand selbst kann evolutionsmorphologisch als Weiterentwicklung der Flosse betrachtet werden. Es werden lediglich neue, zusätzliche, komplexere Fähigkeiten entwickelt, nämlich die Organe als Werkzeuge, sowohl für die reale Bearbeitung von Material als auch für die Entwicklung von Gesten und Zeichen, also von immaterieller, symbolischer Kommunikation. Die Hand setzt die Arbeit der Flosse fort und mit ihr den Grad der Symbolisationsfähigkeit, die schließlich zur Mathematik führt. Es muss also schon vor den Menschen der Keim der Symbolisationsfähigkeit, deren höchster Ausdruck die Mathematik ist, in den vorangehenden Mitgliedern der Seinskette, z. B. bei den Fischen, angelegt gewesen sein. Wenn die Evolutionstheorie stimmt, müssen wir annehmen, dass alle Lebewesen zur Symbolverarbeitung befähigt sind, zumindest in einem geringen Maße – ein kybernetisches Modell der Evolution.

Orig. Titel
Wie hat sich aus den Fischen die Mathematik entwickelt?
Jahr
1971
Land
Österreich
Länge
1 min
Regie
Peter Weibel
Kategorie
Artist Film
Orig. Sprache
Kein Dialog
Downloads
Credits
Regie
Peter Weibel
Verfügbare Formate
Digital File (prores, h264) (Distributionskopie)
Bildformat
4:3
Tonformat
Stumm
Farbformat
s/w