Entlarvt die Rassisten

Mo 6. März 2017, 19:00 Uhr
Metro Kinokulturhaus

Das Programm untermauert die zur schrecklichen Tatsache gewordene These Hito Steyerls, dass die „Integration des so beliebten Rassismus“ im gesellschaftlichen und politischen Mainstream angekommen ist. Normalität erzählt in kurzen Videostücken von antisemitischen und rassistischen Anschlägen in Deutschland und Österreich und fordert zum Protest gegen diese Gewalt auf. Das gängige Vorurteil, dass alle, die nicht akzentfrei deutsch sprechen, unzuverlässig seien, arbeitet Johanna Moder in ihrem Spielfilm über ein Paar auf Wohnungssuche heraus. Ins Mittelalter zurückversetzt fühlt man sich angesichts der brutalen antisemitischen Prozession, die Andreas Horvath und Monika Muskala aufzeichnen. (bbu)

LIVING COLLECTION sixpackfilm

Nach 25 Jahren Vermittlungsarbeit versammelt sixpackfilm in seiner Kollektion eine reiche Auswahl aller Gattungen, vertreten durch mehr als 1.500 filmische Arbeiten, die danach rufen, in unterschiedlichen Zusammenhängen regelmäßig auch in Wien gezeigt zu werden. Ein Schwerpunkt unserer Sammlung liegt bei den KlassikerInnen des österreichischen experimentellen Films, nahezu alle sind vertreten. Viele der historischen Arbeiten zählen mittlerweile zum Kanon der internationalen Film oder Kunstgeschichte und haben ihren festen Platz in den internationalen Kinosälen und Museen. 

Die Neueröffnung des Metro Kinokulturhauses und die intime Atmosphäre des Eric Pleskow Saals animierte sixpackfilm zu dieser langfristigen Kooperation mit dem Filmarchiv Austria.

Kurzspielfilme, Avantgardefilme, Animationen, filmische Essays, Dokumentarfilme und vieles, das zwischen den Zuschreibungen pendelt, soll in einzelnen Programmen in der Reihe Living Collection sixpackfilm vereint werden, nicht säuberlich getrennt nach den üblichen Kategorisierungen. Vielmehr steht die Suche nach thematischen Zusammenhängen, Entwicklungen, verschiedenen Betrachtungsweisen und Verbindungslinien im Vordergrund, manchmal auch im Kontext des internationalen Filmschaffens.

Historische und zeitgenössische "Klassiker" treffen auf Arbeiten von Filmschaffenden, die noch nicht oder nicht mehr die ihnen gebührende Aufmerksamkeit haben Gesellschaftspolitische, soziale und ästhetische Fragen stehen im Wechselspiel zu rein formalen Experimenten. Radikale oder aktionistische Performances sind mit surrealen Geschichten kombiniert, Auftragsarbeiten für Trailer oder TV mit abstrakten Schönheiten. Eine lebendige Montage, keine Festschreibung einer Geschichte der Meisterwerke. Das verbindende Element bei allen Filmen und Videos ist ihre unverkennbare, eigenwillige visuelle Grammatik. Wenn wir eine Personale mit Werken einer/s Filmemachers/in anbieten, wird ein vermittelndes Gespräch mit der/dem Künstler/in deren Themen und filmische Umsetzung dem Publikum näherbringen. Ansonsten wird das Filmereignis jeden ersten Montag im Monat von einer kurzen Einführung begleitet. 

(Brigitta Burger-Utzer)

Programm
Normalität 1-10 (Hito Steyerl, AT/DE 1999-2001, video, 36min)
Mit Blick auf Wien (Johanna Moder, AT 2008, video, 11 min)
The Passion According to the Polish Community of Pruchnik (Andreas Horvath/Monika Muskala, AT/PL 2009, video, 30 min)

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