Susan Mogul

Mi 24. April 2024 - Do 25. April 2024 18:00
Österreichisches Filmmuseum

Wer ist Susan Mogul? Ein Teil der Antwort auf diese Frage lässt sich in ihren Videos finden, die sie als Pionierin der Videokunst ab den frühen 1970er Jahren in Form einer performativen Autobiografie für die Kamera realisierte. Glaubt man dem Gesehenen, dann ist Susan Mogul eine ausgesprochen witzige Feministin, die ein einnehmendes und ausdrucksstarkes Lachen charakterisiert, und die in ihrer Arbeit auf den Prozess der mediatisierten Selbstbefragung fokussiert. Dabei rückt sie neben ihrer eigenen Person geradezu organisch auch ihr soziales Umfeld in den Blick: Mutter, Vater, Geschwister, Freund:innen, Nachbar:innen, Mitstreiter:innen, und zahlreiche Männergeschichten, die vielfach durch intime Distanzen und das Ausloten von Beziehungsformen geprägt sind.

„Der Konflikt bei der Herstellung der eigenen Identität in Bezug auf eine Gruppe – sei es die Familie oder die Kultur im Allgemeinen – war ein grundlegendes Thema in meiner Arbeit. Ich versuchte, mein Selbstbild durch humorvolle autobiografische Anekdoten zu definieren und gleichzeitig zu dekonstruieren.“ (Susan Mogul)

Das legendäre von Judy Chicago initiierte Feminist Art Program des California Institute of the Arts oder der Feminist Studio Workshop im Los Angeles Woman´s Building sind nur zwei jener Stationen ihrer Biografie, die auch Widerhall in ihrer künstlerischen Arbeit finden, die neben Videos, auch Fotografie, Mail-Art, Installation und Performancekunst beinhaltet. Mogul lebt in Los Angeles. (Dietmar Schwärzler)

Programm 1: 24.04., 20:30 Uhr

Q&A mit Susan Mogul und Claudia Slanar

Dressing Up (1973, 7 min)
Take Off (1974, 10 min)
Susan Mogul´s Woman´s Building (2010, 9 min)
Everyday Echo Street: A Summer Diary (1993, 32 min)
Sing O Barren Woman (2000, 11 min)
Mom´s Move (2018, 25 min)

Was ziehe ich heute an? Was passiert, wenn ich mit einem Dildo in der Hand vor der Kamera sitze? Dressing Up und Take Off liefern witzige Antworten. Susan Mogul´s Woman´s Building zeigt einen Rückblick auf einen der zentralen Frauenräume in den USA, in welchem u.a. Selbstbestimmung, Raum einnehmen, (Nach)Justierung der Kunstgeschichte – aus welcher Frauen rausgeschrieben wurden oder oftmals gar nicht enthalten waren –, oder Consciousness-Raising zentrale Anliegen darstellten. Moguls Nachbarschaft in der Gegend um Echo Street/L.A., – ihre hood – ist Schauplatz von Everyday Echo Street: A Summer Diary, ein Flirtfilm. Eine Interviewkompilation mit Frauen, die sich entschieden haben, keine Kinder zu bekommen, als Medley inszeniert (Sing O Barren Women) und der Umzug der 88-jährigen Mutter, der zur memory lane über sie und ihre Arbeit als Fotografin geriert (Mom´s Move), runden das Programm ab. (ds)

Programm 2: 25.04., 18:00 Uhr

Q&A mit Susan Mogul und Dietmar Schwärzler

Mogul is Mobil Volume III Redux (1975/ 2022, 4 min)
Dear Dennis (1988, 4 min)
Driving Men (2008, 68 min)

Mit dem Umzug von New York nach Los Angeles musste ein Führerschein her, um, wie die Künstlerin süffisant sagt, eine „Hollywood Mogul“ zu werden. Mit dem Slogan „Mogul is Mobil“ produzierte sie eine Postkarte (mail art), die sie an alle Bekannte verschickte. Dear Dennis wiederum ist als Video-Brief an Dennis Hopper konzipiert, mit dem sie sich den Zahnarzt teilte. Driving Men präsentiert eine intime Abhandlung – Video Diary – Moguls Beziehungen mit Männern, sexueller, freundschaftlicher oder familiärer Art. Ihre Teilnahme an der feministischen Bewegung, ihr Protest gegen den Vietnamkrieg, ihre Unterstützung der "Black Power" und ihre jüdische Identität beinhalten auch selbstreflexive künstlerische Praktiken, die das "Persönliche ist das Politische" als eine sehr subversive Haltung offenbaren. (ds)

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eine Kooperation von sixpackfilm und dem Österreichischen Filmmuseum
Dank an Claudia Slanar für die Idee zu diesem Programm und an Carola Dertnig für die Kooperation mit der Akademie der bildenden Künste Wien.

Österreichisches Filmmuseum
Augustinerstraße 11010 Wien
Kartenreservierungen: 533 70 54 oder online: www.filmmuseum.at

Downloads:
Susan Mogul (Bild)