Die äußerliche Welt

Mi 21. November 2012, 19:00 Uhr
Top-Kino

Jedes System ist in übergeordnete Systeme eingebunden, die psychischen Systeme der Individuen stehen mit sozialen Systemen mehr oder weniger in Interaktion.

Die Filme dieses Programms beschreiben unterschiedliche Systeme nicht als Abbildung von Tatbeständen, sondern als Spiel von Akteuren, dessen Motive infrage gestellt werden. Die alltägliche Situation eines Warteraums in einem Ambulatorium nützt Edith Stauber mittels genauer Beobachtung für ihre kritische und humorvoll gezeichnete Analyse.

Ella Raidel legt in Play Life Series die Stereotypen von chinesischen Soap-Operas frei und beleuchtet medial vermittelte Sehnsüchte. Die handwerklich bravouröse Puppenanimation The Back Room steht in der Tradition des symbolistischen Dramas eines Individuums, das seine Befreiung plant. Dass die Austauschbeziehungen des Systems Wirtschaft zur Zeit aus dem Ruder laufen, müssen wir täglich erfahren. Dass ihre Komplexität aber nur künstlich propagiert wird, um das System geschlossen zu halten, erklären Fachleute in Oliver Resslers und Zanny Beggs The Bull Laid Bear. Die Animationsteile sprechen eine noch deutlichere Sprache von Ausbeutern, die sich in Sicherheit wiegen. Im titelgebenden Computeranimationsspektakel von David O’Reilly stolpern Comicfiguren, kleine Monster, sprechende Tiere oder lebendig gewordene Körperteile durch verrückte, böse, ja alptraumhafte Kurzgeschichten in einer surrealen und destruktiven Welt. (Brigitta Burger-Utzer)

Programm
Nachbehandlung (Edith Stauber, AT 2012, 11 min.)
Play Life Series (Ella Raidel, AT 2012, 11 min.)
The Back Room (Mirjam Baker, Michael Kren, AT 2011, 6 min.)
The Bull Laid Bear (Oliver Ressler / Zanny Begg, AT 2012, 24 min.)
The External World (David O’Reilly, DE 2010, 15 min.)

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